Erkunde die Zielgruppe und Bedürfnisse
Handlungsempfehlung: Versetze dich “in die Schuhe” der Kund:innen
Geh raus und sei nah an den Zielkund:innen. Versetzte dich tief und immersiv in ihre Welt. Wie leben sie? Wo gehen sie einkaufen? Gehe in Läden deiner Zielkundschaft.
Mach die Customer Journey selber von A-Z. Vom ersten Moment bis zum Ende. Sogenanntes Shadowing, das “über die Schultern schauen”, kann hier neue Erkenntnisse liefern (z.B. Interaction Design Foundation). Beispiel Hotelgast: Vom ersten Moment am Bahnhof bis zur Abreise.
Was liegt ihnen am Herzen? Was sind ihre Gedankengänge? Wonach suchen sie bei der Produktwahl?
Was sind ihre echten Bedürfnisse und wie könnten wir zu ihrer Lebensqualität beitragen?
Welches sind die Kaufkriterien?
Mache Notizen und nimm diese zur Hand bei Schritt 3. Optional: Kreiere Recherche-basierte “Personas” für die Zielgruppe.
Notiere die wichtigsten Bedürfnisse deiner Zielgruppe im Arbeitsblatt.
Quelle: FREITAG
Entdecke (neue) Berührungspunkte als Chancen
Zusätzliche Berührungspunkte in der Kreislaufwirtschaft wie der Moment der Reparatur und Rücknahme sind Chancen für positive Markenerfahrungen und wertvolle Interaktionen mit den Kund:innen.
Neue Services und Umsatzmöglichkeiten können entstehen, der Informationsfluss nimmt zu; es gibt ein besseres Verständnis der Produktnutzung und der tatsächlichen Kundenbedürfnisse - im Gegensatz zum linearen Modell, bei welchem nach dem Verkauf oft wenige oder keine Berührungspunkte bestehen.
Zudem kann durch bewusste Kommunikation und gutes Design die Loyalität zur Marke steigen.
Leitfragen
Welche Berührungspunkte entlang der Customer Journeys sind für unsere Marketingstrategie besonders wichtig?
Welche Potenziale sind in unserem Kontext besonders relevant?
First-Mover-Vorteil: In welchen Märkten oder Kategorien kann das Unternehmen eine Führungsrolle übernehmen? Wo können Kreislaufangebote ein Unterscheidungsmerkmal werden?
Neue Segmente: Gibt es unerschlossene Kund:innensegmente, die durch Kreislaufangebote angesprochen werden könnten, wie z.B. wiederverwendbare oder Leihdienstleistungen?
Änderungen in der Gesetzgebung: Auf welchen Märkten könnte ein Nichthandeln in Bezug auf die Kreislaufwirtschaft ein Risiko für das „Business as Usual“ darstellen?
Markiere die relevanten Berührungspunkte im Arbeitsblatt.
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Wo und wie kommen neue Kund:innen mit uns in Kontakt? Welche Kanäle (und Partnerschaften) sind besonders wichtig?
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Wie können wir die wichtigsten Kreislauf-Argumente unseres Produkts klar und intuitiv kommunizieren?
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Wie fühlt sich der Moment des Kaufs unseres nachhaltigeren Produkts an? Wie können wir hier bereits die Kreislaufwirtschaft verankern und kommunizieren? Informieren über zusätzliche Leistungen wie Reparatur, Rückgabe, über die wertvollen Rohstoffe und verantwortungsbewusste Herstellung, etc.
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Heute sind viele Marken hervorragend in der Gestaltung eines positiven “Unboxing”-Erlebnisses. Beispiel: Das Auspacken eines neuen Handys. Wie können wir dieses bewusste Gestalten einer positiven Erfahrung auf andere Touchpoints übertragen? Und wie kann der Unboxing-Moment zur Nachhaltigkeit beitragen? Beispiel: Können Menschen sich in diesem Moment ihrer Stewardship und Fürsorge für dieses Produkt bewusst werden.
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Wie können wir die Nutzung angenehmer gestalten und dazu beitragen, dass das Produkt öfters und länger genutzt wird? Z.B. Emotional Durability und Behavioral Design können zur längeren Nutzung beitragen. Welche Datenflüsse während der Nutzung ermöglichen eine engere Beziehung und eine bessere Abdeckung der Bedürfnisse? Wie können wir klare Anleitungen zur Produktpflege bieten, um die Lebensdauer zu verlängern?
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Wie machen wir Reparatur einfach? Wie kommunizieren wir die wichtigsten Informationen zum Ort und Art der Reparatur? Wie können wir ‘Friction Points’ für die Kund:innen entfernen und es zu einem Erlebnis und einer positiven Markenerfahrung machen? Wie können Mitarbeiter:innen mit passendem Charakter die Reparatur zu einem positiven, lustvollen Erlebnis und einer Markenerfahrung machen?
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Wie machen wir die Rückgabe für Kund:innen einfach und zu einer sinnstiftenden Erfahrung? Wie zeigen wir Kanäle auf, und reduzieren den Aufwand für Kund:innen? Wie kommunizieren und incentivieren wir die Rückgabe? Wie können wir die Kontinuität und Befriedigung anderer Bedürfnisse sicherstellen - etwa durch weitere Services?
Sammle relevante Informationen für die KLW-Story
Notiere diese Informationen für die Erstellung der KLW-Story und des Marketing-Konzepts in Schritt 3.
Beschaffung & Lieferkette
Eigene Produktion
Wie zirkulär und nachhaltig sind unsere Prozesse in der Produktion? Verwerten wir Nebenströme (siehe Lösungsmuster Nebenströme)? Nutzen wir erneuerbaren Strom?
Produkt und Produktumfeld (Verpackung)
Marke und Unternehmenswerte
Wie trägt die Material- und Lieferantenwahl zur Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit bei?
Welche (wissenschaftliche) Evidenz und Fakten-basierten Informationen können wir bereitstellen?
Welche zirkulären Strategien machen unser Produkt nachhaltiger? Siehe hierzu die allyCE Graphik zu allen Fokusthemen.
Pflege und Verlängerung der Nutzung
Reparierfähigkeit
Remanufacturing.
Inwieweit ist die Verpackung kreislauffähig?
Welche Werte lebt das Unternehmen prinzipiell, die die Basis für die Kreislauffähigkeit legen und die von Interesse für die Zielgruppen sind?
Gibt es innovative Errungenschaften, die das Unternehmen besonders auszeichnen?
Ist die Zusammenstellung des Teams oder die Gründerstory ein hilfreicher Beleg?
Engagiert sich die Marke direkt oder auch durch Sponsoring für bestimmte Bereiche und Themen wie Soziales, Gesellschaft, Natur und Freizeit, die Assoziationen zur Unternehmenskultur herstellen?
Gehört das Unternehmen Plattformen und Organisationen an, die die Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft gemeinschaftlich voranbringen?
Wie sind die physischen Räume gestaltet (Bürogebäude, Shops, Servicestellen, Messestände etc.)
Halte wesentliche Informationen zu den Bereichen im Arbeitsblatt fest.